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Fotowahnsinn – ein Muli packt aus!

Hier geht es ja vor allem um meine Shootings und allem drumrum. Aber vor kurzem wurde mir dieser Tagebucheintrag zugespielt, der mich wirklich schockiert hat. Hat sich eigentlich jemand von euch schon mal Gedanken gemacht, wie sich so ein Fotomodel fühlt? Der Tagebucheintrag stammt von dem bekannten Fotomodel Trylle (von Nordfalben) und du wirst nicht glauben, was er darin so alles erzählt…

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Liebes Tagebuch,

ich muss dir etwas erzählen: Es liegt mir schon länger auf der Seele, aber ich kann nicht so gut darüber sprechen. Ich hab das Gefühl, die anderen verstehen mich nicht. Sie sagen immer, es wäre alles nicht so schlimm. Ich soll mich nicht so anstellen. Und so oft passiert das doch gar nicht.

Es passiert aber trotzdem viel zu oft! Ich kann nicht sagen wie oft genau, aber es ist wirklich nicht so selten wie sie behaupten! Meine Menschen kommen mit diesem großen, schwarzen Fotoapparat und fotografieren mich. Ungefragt. Einfach so. Das alleine ist ja schon wirklich grenzwertig. Es verletzt fast meine Persönlichkeitsrechte! Ich hab das recherchiert. Nur weil ich kein Mensch bin, ist das etwas schwammig mit dem Gesetz.

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Ich weiß nicht mal, was sie dann mit diesen Bildern machen. Ins Internet kommen sie. Das hab ich schon rausgefunden. Das Internet ist groß. Wer weiß wo die dann landen. Zum Glück hab ich immer meinen Pelzmantel an. Aber fangen wir mal von vorne an:

Es gibt so Tage, da kommen meine Menschen mit diesem Gerät zu mir nach Hause und haben wohl eine recht genaue Vorstellung darüber, was sie fotografieren wollen. Manchmal geht der Kelch an mir vorüber und einer meiner Freunde muss modeln. Sehr traurig – nicht!

Wenn ich aber an der Reihe bin, dann kann man mich nicht einfach fotografieren. Nein. Das wäre ja noch in Ordnung, wenn es nicht gerade neues Heu gegeben hätte oder etwas anderes wichtiges anstünde. Ich bin ja gar nicht so, dass ich mich dem verweigern würde. Aber es muss halt in meinen Tag passen. Sowas wird ja terminlich auch nie mit mir abgesprochen oder wenigstens angekündigt.

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Nun ja, wenn ich also die Ehre habe das Model zu sein, werde ich vorher immer erst sauber gemacht. Mit einer richtig kratzigen Bürste. Am ganzen Körper. Jahaa auch am Bauch UND den Beinen. An allen vier Beinen! Da wird dann mit diesem kratzigen Ding die gesamte Deko rausgeholt. Bis kein Krümel meiner kunstvollen Panade mehr übrig ist. Die wissen gar nicht, dass Matsch auch eine Form von Wetterschutz ist, glaube ich! Ich wohne schließlich draußen, da braucht man sowas vielleicht?!

Nach dieser Großputz-Aktion werden mir dann mehr oder weniger schöne Sachen angezogen. Manche Sachen sind wirklich ganz hübsch an mir, sie passen zu meinem Fell und betonen meine Ohren, das ist in Ordnung. Aber bei manchen Sachen kann man wirklich nur den Kopf schütteln! Rot? Das passt überhaupt nicht zu meinem Teint. Ist mir egal, ob das eine typische Weihnachtsfarbe ist! Ich bin doch kein Rentier vom Weihnachtsmann, sondern ein Maultier. Ich gehöre mir selbst!

Ohne Matschkruste und mit interessanten Klamotten geht es dann an den Ort des Geschehens. Und da beginnt dann der wirklich interessante Teil. Ich soll nämlich fast immer einfach nur stehen. Wie langweilig. Da hat man schon mal sowas tollen an und darf es dann gar nicht richtig testen und präsentieren? Ich versteh es nicht. Wirklich nicht.

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Es ist mega langweilig so blöd rum zu stehen. Das merken die Menschen auch recht schnell glaub ich. Dann singen sie mir was vor oder machen merkwürdige Tiergeräusche. Als ob ich nicht merken würde, dass sie immer noch ein Mensch sind und nicht plötzlich eine heisere Kuh! Ein bisschen cleverer ist da schon die Variante mit dem Handy. Ich muss zugeben, eine Weile bin ich wirklich darauf herein gefallen und musste suchen, wo sich die hübsche Stute versteckt, die da gerade so herzzerreißend nach mir sucht. Sie steckte aber einfach in diesem dummen kleinen Gerät. Da wartet also keine Stute wirklich auf mich. Das spielen die mir nur so vor. Ziemlich hinterhältig! Seit ich das begriffen habe, lass ich mich damit auch nicht mehr verarschen!

Sollen sie doch ihre eigenen Ohren nach vorne drehen. Ich drehe meine Ohren dahin wo ich will! Und da gibt’s eine ganz einfach Regel: Die Aufmerksamkeit ist da, wo es am spannendsten ist. Das kann auch ein herabfallendes Blatt hinter mir sein oder ein schiefer Grashalm. Wenn er spannender als mein Mensch ist, sollte der sich mal an die eigene Nase packen, anstatt über meine Ohren zu jammern. Pff, was ich mit meinen Körperteilen mache entscheide ganz alleine ich selbst, da lass ich mir auch nicht rein reden!

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Einen großen Vorteil haben diese Fotoshootings allerdings: Es gibt immer Kekse abzustauben. Ja ich fühle mich etwas erpresst dabei, aber ich kann das bisher recht gut mit meinem Ego vereinbaren. Ich schenk ihnen meinen herzzerreißenden Muliblick und bekomme dafür das Leckerli. Das ist irgendwie fair. Gemein wird es nur, wenn sie gar keine Leckerlis dabei haben, es mir aber vorher nicht verraten. Dann komm ich mir benutzt vor, das macht man nicht! Zumindest nicht mit mir, mag ja sein dass eines der Pferde da so leicht zu haben ist. Ist deren Sache. Ich merk mir sowas! Karma und so…

Wenn ich es nun so offen erzähle, geht es mir schon etwas besser damit. Ich finde, das sollte nicht länger hinter verschlossenen Koppelzäunen passieren. Man muss sowas ganz offen ansprechen in unserer Gesellschaft und sich dabei für fairere Fotobedingungen für Mulis einsetzen. Vielleicht muss ich dazu eine Gewerkschaft oder einen Verein gründen. Wir könnten eine Spendengala organisieren jetzt zu Weihnachten! Ich bin sicher einige Ponys würden sich schon bald anschließen. Ich bin kein Einzelfall, da bin ich mir sicher!


 

Ihr merkt schon – Trylle ist ein ganz sensibler, armer Kerl. Aber eigentlich ist er ein herzensgutes Muli, mit viel Lebensfreude und Spaß 😉 

Neben seinem Tagebuchartikel wurde mir übrigens auch noch ein tolles Kreativset zugespielt, was ich gerne an euch verlosen möchte:

Es beinhaltet das Buch  „Flechtzubehör für Pferde selber machen“ und passende Schnüre in Einhornpastellfarben, um direkt mit einem umflochtenen Knotenhalfter loslegen zu können.

Teilnahmebedingungen:

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  • Die Verlosung geht bis zum 20.12. – so kann euch das Set noch rechtzeitig erreichen vor Weihnachten!

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