Welche Objektive eignen sich für die Pferdefotografie?

Erst vor kurzem habe ich auf meiner Facebookseite ein „What’s in my bag“ – Bild veröffentlicht. Darauf zu sehen ist mein Immer-dabei-Inhalt, den ich eigentlich bei jedem Shooting dabei  habe. Zu diesem Bild haben mich super viele Fragen rund um meine Objektive erreicht und was ich denn so empfehlen kann, egal, ob man gerade erst anfängt, oder schon mittendrin im Fotografieren ist.

Daher möchte ich euch heute meine Empfehlungen für Objektive zur Pferdefotografie abgeben!

Die wichtigste Regel bei Kamera- und Objektivkauf ist, nicht an den Objektiven zu sparen! Hochwertige Linsen mit einer guten Blende machen euer Foto einzigartig und holen auch aus einem kleineren Kamerabody viel heraus! Die hochwertigsten Objektive sind sicherlich Festbrennweiten, aber auch ein gutes Zoom-Objektiv gehört in jede Fototasche.

Zoom-Objektive

Unabdingbar aus meiner Sicht ist ein gutes Zoom-Objektiv. Denn damit könnt ihr super flexibel sein und könnt, ohne viel laufen zu müssen, die Situation näher heranholen. Das kann – vor allem bei unruhigen Pferden – von Vorteil sein. Beispiel: Ihr fotografiert ein liegendes Pferd und könnt euch jetzt mittels anzoomen „anpirschen“ statt wirklich aufstehen zu müssen. Generell kann ein solches Zoom das „Immer-drauf“-Objektiv sein, vor allem dann auch, wenn ihr auf Grund von Kilobeschränkungen beim Gepäck nicht die gesamte Ausrüstung mitnehmen könnt oder wollt.

Grundsätzlich solltet ihr darauf achten, dass euer Zoomobjektiv die Brennweite 200 erreicht! Das ist die schönste Brennweite, um Pferde zu fotografieren. Hier wird der Pferdekörper realistisch abgebildet und nicht verzerrt. Bei einem Zoom von 24-70 seid ihr teils im Weitwinkelbereich und könnt unschöne Verkrümmungen und Verzerrungen erhalten.

70-200mm , f/2.8

Generell ist meine Empfehlung ein 70-200mm Zoomobjektiv bei einer festen Blende von 2.8 – damit meine ich, dass ihr sowohl bei 70, wie auch bei 200mm immer mit Blende 2.8 fotografieren könnt. Hier gibt es von jedem Anbieter und in äußerst unterschiedlichen Preisklassen Angebote – entweder passend zur Marke eures Kamerabodys, oder von einem Drittanbieter, wie beispielsweise Tamron oder Sigma.

Ich persönlich habe an Sony und Nikon Kameras gute Erfahrungen mit dem Zoomobjektiv von Tamron gemacht. Mir persönlich ist der Preisunterschied zum originalen Nikkor einfach zu groß, und trotz ausgiebigen Extremtests habe ich nichts finden können, was diesen rechtfertigt. Ich weiß, es gibt in der Fotowelt viele Verfechter von „Auf Nikon gehört Nikon/Auf Canon muss Canon/usw“ – ich bin da eher pragmatisch, und nehme das, was für mich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat.

 

Das Tamron 70-200mm f/2.8 (*)

Wenn ihr gerne etwas vom Erstanbieter haben möchtet, aber keine Unsummen ausgeben wollt, empfehle ich euch einen Besuch beim Fotohändler eures Vertrauens, auf der Suche nach einer gebrauchten Optik. Da werdet ihr sicher ein Schätzchen finden mit dem ihr lange glücklich werden könnt!

Zoomobjektive mit f/4-5.6

Andere Zoomobjektive haben eine Blendenzahl von beispielsweise 4-5.6 – bei Brennweite 200 könnt ihr hier nur noch mit Blende 5.6 und kleiner arbeiten (also höhere Zahl). Das kostet euch Licht und einen schönen Unschärfeeffekt.

Mit einigen Tricks kann man durchaus auf mit diesen Objektiven tolle Bilder zaubern, meine Teilnehmer in den Einsteiger-Workshops beweisen das immer wieder aufs Neue! Das heißt – wenn ihr einfach nur gerne fotografiert, ab und an am Stall mal die Kamera dabei habt und ansonsten keine Ambitionen aufweist, dann ist ein solches Zoom genau die richtige Wahl für euch. Denn hier spart ihr einiges an Geld und könnt trotzdem tolle Bilder entstehen lassen!

Mitzieher

Aufgenommen mit meinem 70-200 f/2.8

Festbrennweiten

Neben einem Zoomobjektiv arbeite ich am liebsten mit meinen Festbrennweiten. Festbrennweiten sind oftmals sehr lichtstark. Sie lassen also mehr Licht auf den Sensor, wodurch man auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch gute Fotos machen kann, ohne den ISO-Wert hochschrauben zu müssen.  Meine 85mm Festbrennweite hat eine maximale Blendenöffnung von f/1.8. Eine solche Lichtstärke findet man bei einem Zoomobjektiv einfach nicht und wenn doch, dann kann das kein Mensch bezahlen 😛 Am liebsten arbeite ich persönlich mit meiner 200mm f/2.0 Festbrennweite, das ist aber schon ein richtiger Oschi. Denn die verwendeten Gläser sind viel hochwertiger und schwerer als bei einem Zoom, so dass man dann schon ordentlich Gewicht mit sich herumschleppt. Oberkörperintensivtraining inklusive 😛

 

Das Nikkor 135mm – ein guter Anfang! (*)

 

 

Das tolle an einer Festbrennweite ist aber nicht nur die Lichtstärke, sondern auch die wunderschönen Unschärfeeffekte, die man damit zaubern kann! Durch die großen Blendenöffnungen lassen sich eure Motive ganz toll „freistellen“, das heißt, die sind knackscharf im Vordergrund und heben sich in einer Art Mini-3d-Effekt vom unscharfen Hintergrund ab. Im Idealfalls entsteht durch Lichteinfach in den Hintergrund ein tolles Bokeh, das sind die leuchtenden Punkte, die ein Bild so richtig zum Strahlen bringen.

Isländer

Aufgenommen mit meiner 200 FBW f/2.0

Aber: Festbrennweiten sind teuer! Auch klar, wenn sie so viele Vorteile liefern, oder? Empfehlen würde ich euch ein 135mm f/2.0 oder f/2.8 und ein 200 oder 300mm bei max f/2.8 – auch hier gibt es wieder tolle Objektive von Drittanbietern wie Sigma, Tamron und Co, die tolle Ergebnisse liefern und euch zaubern lassen. Gerade bei Festbrennweiten kann ich euch nur nochmal den Gebrauchtmarkt ans Herz legen – ich habe alle meine gebraucht gekauft und bin so glücklich! Ich habe viel Geld sparen können und ermögliche es diesen tollen Linsen benutzt und geliebt zu werden und nicht in einer Ecke zu verstauben 😉

Zusammenfassung

Um optimal ausgestattet zu sein und für alle Lebenslagen der Pferdefotografie gerüstet zu sein, gehört in eure Tasche:

  • ein gutes Zoomobjektiv, im Idealfall ein 70-200 f/2.8
  • eine Festbrennweite ab 135mm

Mein Standard-immer-dabei setzt sich zusammen aus meiner Lieblingskamera, die Nikon D4, die ich meistens mit den Objektiven Nikkor 200mm f/2.0 und Tamron 70-200 f/2.8 benutze. Damit ich die Kamera nicht verliere, hängt sie an einem Gurt von Sunbounce & Sun-Sniper.

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